Schnittansicht Plan Pavillion
Hamish Fulton, To Leave No Trace. Scotland, 2022, 2023
Markus Wörgötter, Namenlos
Gips, Baumwollstoff (Ausschnitt), 82 x 21 x 22 cm, 2016
© Markus Wörgötter

SUTURA
MARKUS WÖRGÖTTER



Eröffnung: 9.10.2026, 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 10.10. –8.11.2026
Öffnungszeiten: Mi–Sa, 10.30–17.00 Uhr


Die unterlebensgroßen Figuren des österreichischen Künstlers Markus Wörgötter (* 1966) muten eigentümlich an. Sie begegnen dem Betrachter einerseits intim und berührend, andererseits oftmals auch grotesk, gar befremdlich. Sie sind weder darstellerische Figuration noch reine Abstraktion. Bei Wörgötter verbinden sich Gips, Bronze und Textilien zu kleinen, körperhaften Präsenzen, die zwischen organischer Gestalt und Hülle sowie zwischen Verletzlichkeit und souveräner Präsenz changieren. Die anthropomorphen Plastiken erscheinen figurativ und gegenständlich, doch letztlich verkörpern sie Abstraktes, ja topografisch-transformatorische Geschehnisse, also Kräfte, Zustände und Affekte. Das Abstrakte wird nicht einfach dargestellt, sondern in eine konkrete, im wahrsten Sinne des Wortes körperliche Artikulation übersetzt. Affekt ist dabei nicht allein als psychischer Zustand zu verstehen. Er schreibt sich unmittelbar in die Materie ein: Körper expandieren, werden komprimiert, verhüllen und deformieren sich. Die weichen, oft detailliert geformten handgenähten, teils wuchernden Textilien und die harten Oberflächen aus Gips oder Bronze erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen Formbarem und Erstarrtem, Gemachtem und Gewordenem, das die Figuren bestimmt. Zugleich bleibt offen, ob es sich bei den textilen Schichten um Kleidung, Schutz oder Haut handelt – oder bereits um jenen Körper.